Into the wild: Norre Vorupør, Thy, Dänemark

Dreimal war ich jetzt schon in Norre Vorupør im Nationalpark Thy, Dänemark: 05/2018, 09/2018 und 06/2019 – diesem wunderbar ruhigen, kleinen und dennoch so gar nicht langweiligen Ort in Thy, oben im nordwesten Dänemarks. Als mein Freund Apa im September 2016 mit mir an die See fuhr, stand Norre Vorupør als Ziel auch zur Diskussion, allerdings schien mir der kurze Weg nach Sankt Peter Ording zu der Zeit sinnvoller – und ja, auch SPO hatte sich gelohnt. Es war super schön dort und das ist es auch immer noch. Heute schreckt mich die wesentlich längere Anfahrt nach Dänemark weniger ab, da ich weiß, wie entspannt man fahren kann, hat man einmal die Deutsch-Dänische Grenze hinter sich gelassen. Heute weiß ich, wie unglaublich entspannend die einsame Weite der langen verlassenen Strände, der tiefen Dünen oder einfach die Ruhe der Dänen auf mich wirkt. Die Liste der Dinge die ich dort oben sehr positiv erlebte, könnte ich jetzt noch wesentlich weiter ausführen. Beim Schreiben dieser Zeilen kommen spontan viele weitere wundervolle Erinnerungen hoch, die die weite Fahrt, die Investition ins Verreisen auch nur über ein verlängertes Wochenende mehr als einfach nur rechtfertigen. Heute weiß ich, was es mir gibt und bin einfach froh, es getan zu haben. Neben diversen anderen Erlebnissen dieser Art (#intothewild), die ich in der kürzeren Vergangenheit erlebte und auf dem Zettel habe sie hier teilen zu wollen (siehe unten), fange ich jetzt einfach und endlich mal mit dem unter #norrevorupor an.

der Zauber…

05/2018 nur mit Jule, 09/2018 mit Apa und am Ende noch alleine, 06/2019 mit Jule, Nike, Susanne, der erste Ausflug mit Dachzelt – das waren sie, die bisherigen Ausflüge. Von Hamburg aus fährt man 5-6h bei gemütlichem Tempo, bis man dort im Norden Dänemarks ankommt – gefühlt bremse ich nach der Grenze fast gar nicht mehr, man fährt in einem einzigen Fluss 🙂 . Auf einem kleinen Campingplatz direkt am Strand, bzw den Dünen, standen wir diese drei Male. Immer so, dass es nur wenige Meter bis zu den Dünen war, zuletzt mit direktem Blick auf das Meer. Die Aussicht war bei schönem Wetter absolut traumhaft, bei schlechtem und windigem Wetter war es besonders nachts im Dachzelt ordentlich laut. Auch wenn der Campingplatz auch letztes Jahr schon sehr ordentlich und sauber war, komme ich nicht umhin zu erwähnen, dass die zentralen Einrichtungen des Platzes komplett erneuert sind – die alten abgerissen und neu gebaut – sehr chic und sinnig!

Gemäß des KISS-Prinzips bin ich hier versucht mich diszipliniert kurz zu fassen, allein schon damit ich es überhaupt irgendwann nochmal zu Papier bringe. Um ein paar Ausführungen, was den Zauber für mich ausmacht, komme ich dennoch nicht umhin.

…Ausführungen

Da waren zum einen Abendrunden, die Spaziergänge vom Campingplatz durch die Dünen zack zum Wasser. Nach dem Essen noch mal ein wenig die Beine vertreten, einem der meist wunderschön farbigen Sonnuntergänge beiwohnen, den Geräuschen der Steine lauschen, wie sie zwischen Strand und Ozean vom Wasser hin und her gezogen werden und dabei klingen oder die teils rohe Gewalt der einbrechenden Brandung bestaunen – gleich der Faszination, wie sie einen beim in die Flammen starren am Lagerfeuer packt.

Bei einem dieser Spaziergänge wurden wir Zeugen, wie ein Schweinswal samt “Baby” recht lange ihre Kreise durch das Hafenbecken zogen. Bei klarem Himmel zeigt sich etwas nach dem Sonnenuntergang ein Sternenhimmel, wie man ihn bei all der Lichtverschmutzung in unseren Gefilden nur noch selten zu sehen bekommt. So klar, dicht und voll, dass man eine nahezu erschreckende Nähe zu den Sternen spürt und sich als Mensch ganz klein und fast schutzlos fühlt – gerade dabei wird einem bewusst, wie wertvoll das ist, was wir hier an Mutter Erde haben.

An einen Tag liefen Jule und ich vom Campingplatz aus den Strand Richtung Süden ab. Mal abgesehen von einer größeren Reitergruppe die uns auf Isländern entgegen kamen, war über Kilometer kaum ein Mensch zu sehen. Die dort gebotene himmlische Ruhe nutzen wir für eine ausgiebige Pause zum Sonnen in den Dünen – chilliger geht es kaum.

 

“Norre”

Der Ortskern des kleinen Norre Vorupør, der Strand dort und der Hafen sind mehr oder weniger eins. Schiffe die vom Fischfang heimkommen, werden per Seilwinde oder Traktor auf den Strand gezogen – ein malerisches Bild. Der Fisch wird nur wenige Meter entfernt in der direkt angrenzenden “Fabrik” verarbeitet, um wieder wenige Meter weiter zum Verzehr angeboten zu werden. Die oft verschrienen Fischfrikadellen zb sind wahnsinnig lecker, gemeine Fischbrötchen wahre Deluxe-Fischburger.

Bulbjerg

Außerhalb Norre Vorupørs besuchten wir ein großes Wildreservat und den Bulbjerg. Neben der reinen Natur sind die Bunkeranlagen bzw deren Rest aus den Zeiten des Zweiten Weltkrieges für geschichtlich Interessierte sehenswert. Wie auch an vielen andere Küstenabschnitten Europas finden sich überall alte Betonruinen. Wir besuchten es zwar noch nicht selbst, das Bunkermuseum in Hanstholm scheint jedoch eine gute Adresse für mehr geschichtliche Informationen dazu zu sein.

Ein wenig den Faden verloren – back to Bulbjerg: sehr lohnenswert aufgrund des weiten Ausblicks von “Jütlands Schulter” aus, des Vogelfelsens, der Bunkeranlage und des Strandes, der sich durch kleine Kalksteinfelsterrassen von den restlichen schönen Sandstränden abhebt (Wasserstand!). Es sind ein paar Kilometer von Norre Vorupørs aus und dessen Popularität führt dazu, hier nicht allein zu sein. Allerdings verteilen sich die Besucher auch hier gut über doch noch relativ große Bereiche – kein Vergleich zur Ferienzeit-Menschendichte eines Mont-Saint-Michel oder Dune du Pilat, wie ich es gerade erst auf Urlaubsbildern von Kollegen sah.

Cold Hawaii

Fast hätte ich es vergessen – also: last but not least – Norre Vorupør und der Küstenabschnitt um Klitmøller hat den Spitznamen “Cold Hawaii”.

Einen guten, näheren Spot zum Surfen (Wellenreiten) gibt es für Hamburger nicht. Das war auch der Grund, warum Apa diesen Ort bei den ersten Überlegungen 2016 ins Spiel brachte. Als Apa und ich in SPO waren, stand ich das erste Mal auf dem Brett, 09/2018 mit Apa in Norre Vorupør war dann das zweite Mal. Die Wellen waren wesentlich geeigneter und meine Erfolgserlebnisse entsprechend auch besser – sofern ich von Erfolg sprechen kann. Auch wenn ich sicher nicht mehr zum großen Surfboy werde, Spaß gemacht hat es alle Male.

Zum Ende

Und warum schreibe ich jetzt – zum einen habe ich die letzten Bilder vom Dänemarktrip gerade fertig (aus)sortiert, zum anderen hatte ich es schon lange auf dem Zettel, den Draft hierzu und viele Stichpunkte. Auf dem #intothewild-draft-Zettel stehen weiterhin noch…

  • meinen Camperausbau zu beschreiben – Honda Civic mit Doppelbett, Küche und Keller
  • meine erste Tour damit in den Harz (05/2018) – die ersten Nächte im Camper, es war ein tierisches Theater
  • der Besuch auf dem Appletree Garden Festival mit Jule (08/2018) – das erste Mal zu zweit in der kleinen Hütte (Camper)
  • meine Tage in Barcelona (11/2018)

…und jetzt, weil die erste größere Tour mit erweiterten Civic Camper ansteht – auf den “Innenausbau” von 2018 habe ich dieses Jahr noch einen draufgesetzt, und zwar das oben erwähnte Dachzelt. Der letzte Ausflug nach Norre Vorupør vor einigen Wochen war die Generalprobe für den Frankreich-/ Bretagne-Roadtrip, den Jule, Nike und ich jetzt in den Sommerferien starten.

Also: stay tuned, to be continued 😉 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.