Portrait Workshop mit Stephan Wiesner und Klaus Reinders

Mitte Februar nahm ich an einem Portrait Workshop von Stephan Wiesner und Klaus Reinders in Hamburg teil.  Die Vorfreude darauf und die Erwartungen waren groß –  letztlich wurden diese mehr als übertroffen. Dementsprechend sehr viel Positives nahm ich von diesem Workshop mit, auch wenn ich nur am zweiten der beiden Workshop Tage dabei war. Dieses Positive ergab sich eher “zwischen den Zeilen”. Es war Unerwartetes, nicht nur rein technische Dinge, sondern viele Erfahrungen und Nachwirkungen die es ausmachte – es hat mich doch stark zum Nachdenken* angeregt. Es hat mir gezeigt, dass und wie ich etwas kann – das wusste ich auch vorher, hier fand es jedoch auf einer anderen Ebene und mit einem anderen Anspruch statt. Mir wurden keine Grenzen aufgezeigt, sondern Wege zum Weiterentwickeln. Konkret heißt das zum einen, dass die Bilder durchaus gut sind, ich auf dem Weg dahin jedoch mehr Geduld mit mir selber brauche – gerade, wenn ich mir nicht selbst das Model bin und meine mich beeilen zu müssen, weil ich davon ausgehe, dass es zu lange dauert usw … Mumpitz! Locker bleiben – in der Ruhe liegt die Kraft. Und solange man dies auch ausstrahlt ist alles gut 😉 .

Genau das war für mich einer der Hauptgewinne in diesem Workshop: sich in aller Ruhe ausprobieren und austauschen zu können. Die entspannt lockere Atmosphäre, die professionellen Modelle und die Möglichkeit direkt mit Klaus, Stephan und den Teilnehmern diskutieren zu können – das war unbezahlbar. Hat etwas nicht funktioniert oder kamen einem neue Ideen in den Sinn, so konnte man einfach nochmal und nochmal und nochmal ausprobieren. Die Modelle Janna und Bea waren den ganzen Tag im Einsatz und trotzdem stets gut drauf – und vor allem darauf vorbereitet, dass man nicht so geübt ist im Anweisen – hier habe ich definitiv noch gut Potential und großen Respekt vor der Professionalität der beiden!

Die Herangehensweise in den einzelnen Abschnitten des Workshops war stets so, dass das Setting grob besprochen wurde, Tipps zu do ´s und dont ´s gegeben wurden, man auf die Spur gesetzt und dann laufen gelassen wurde. Selber ausprobieren zu können, sich selber an Ergebnisse in der professionellen Umgebung herantasten zu können hat eine Menge Erfahrung gebracht, weil die fotografischen Zusammenhänge so deutlich hervortraten. Verständnis ist alles! Ergebnisse wurden direkt besprochen, sodass man die Kritik auch meist in einer zweiten oder dritten Runde ebenso direkt einfließen lassen konnte. Die daraus resultierenden immer besser werdenden Ergebnisse motivierten stark – das bezieht sich nicht nur auf die Bilder selber, sondern auch um die Ruhe die man mehr und mehr beim Fotografieren gewinnen konnte.

Zwischendurch wurde durch Stephan und Klaus immer wieder zusammengerufen und veranschaulichend erklärt, spontan noch mal dies und das ausprobiert – nicht weil es so geplant war, sondern es sich ergab. Ich mochte/mag diese lockere und befruchtende Atmosphäre – und während ich dies jetzt zurückblickend schreibe, erlebe ich eine Art enthusiastischen Backflash, herrlich 🙂

Auch die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Stephan und Klaus machten den Workshop so wertvoll. So beschrieb Stephan z.B. zum Ablauf eines Shootings, dass er am Anfang sein Zielbild erreicht, Klaus hingegen schießt sich erst warm, bevor er das Zielbild angeht. Auch in den unterschiedlichen Stilen der beiden Profis schlug und schlägt es sich nieder. Es gibt nicht den einen oder anderen richtigen Weg, am Ende zählt nur das gewünschte Ergebnis und der Spaß den man bis dahin hatte.

Neben all dem relativ wenig konkreten Empfinden, möchte ich noch anhand einiger Stichpunkte verdeutlichen, wie allumfassend das Thema Portraitfotografie behandelt wurde. So wurde auf folgende Thema praktisch und/oder theoretisch eingegangen:

  • Inspirationensquellen
  • Vorbereitungen auf ein Shooting (z.B. technisch, organisatorisch)
  • Absprachen zwischen Model und Fotograf (z.B. zu Stil, Stimmung)
  • Vertragliche Tipps/TFP
  • Abläufe von Shootings wurden beschrieben
  • Tipps für Stimmung während eines Shootings
  • Schmink-Tipps
  • Arbeitsmittel und -hilfen beschrieben
  • Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop
    • Dotch & Burn / Frequenztrennung
    • Wacom

Mit all dem positiven Ballast musste ich danach erst noch umgehen. Allein bis ich die Bilder das erstmal bearbeitet hatte, gingen einige Tage ins Land. Es galt noch die Monitore einzumessen und mich mit Wacom Tablet in Lighroom und Photoshop einzuarbeiten – positive Ursache hier auch: ich hatte die Ruhe mitgenommen und einem/meinem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

*Abschließend noch eine Anmerkung zu „es hat mich doch stark zum Nachdenken angeregt“. Betrachte ich mir sehr zufrieden die Bilder des Workshops, gelange ich auch mehr und mehr zu einer Erkenntnis. Wer ein Handwerk erlernt, sollte alle möglichen Aspekte dieses Handwerks kennenlernen und „beherrschen“ – wobei „beherrschen“ für mich als Hobby-Fotografen sicher zu viel des Guten wäre, weil zu zeitaufwendig. Allerdings fehlt mir bei dieser Art von Bildern etwas, wie ein wenig mehr Seele oder auch mehr Extreme in der Bildgestaltung. Aber – eins nach dem anderen – die Ideen sind am werden 😉 .

 

Mein Name ist Christoph, bzw xof, was einfach nur eine Kurzform von Christoph darstellt – wie bei Christmas und xmas.
Auf diesem meinem Blog halte ich meine Entwicklung als Fotograf und Künstler “… Träumer, Spinner, Mensch …” fest. Weitere Profile im Netz findest Du bei Instagram und Facebook, dort fasse ich mich kürzer und poste entsprechend häufiger…

3 thoughts on “Portrait Workshop mit Stephan Wiesner und Klaus Reinders

  1. Hallo, habe bis jetzt, leider nur das Vergnügen gehabt bei Klaus Reinders Seminare gehabt zu haben! Aber ich bin menschlich und fachlich sehr überzeugt worden!!

    1. @menschlich und fachlich sehr überzeugt: das kann ich nur unterstreichen. Sofern es sich zeitlich einrichten lässt und es thematisch Sinn ergibt, werde ich auch ganz sicher an weiteren Workshops teilnehmen – vor allem bei Klaus, da Emden von Hamburg aus noch gut erreichbar ist.

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